Einfach erklärt #2: Die Anleihe

Nachdem ich im letzten Artikel den populäreren Begriff der Aktie erläutert habe, gilt es nun, ein weiteres Schlagwort der Finanzmärkte unter die Lupe zu nehmen: die Anleihe.

 

Während die Aktie wohl jedem noch ein Begriff war, stellt die Anleihe besonders bei jungen Leuten eine etwas weniger bekannte Art der Geldanlage dar. Dies kann auch an ihren vielen Namen liegen. Sie ist auch unter den Begriffen Schuldverschreibung, Rentenpapier oder Bond bekannt. Wer sie kennt, weiß sie zu schätzen und sie ist besonders bei deutschen Anlegern beliebt.

 

Im Gegensatz zur Aktie ist die Anleihe eine weniger riskante Geldanlage. Sie unterliegt geringeren Schwankungen und ist meist ein festverzinsliches Wertpapier. Dafür sind die Gewinnchancen auch etwas eingeschränkter als bei Aktien.

 

Das Prinzip der Anliehe stellt nichts anderes als einen Kredit dar. Nur sind wir als Anleger diesmal der Gläubiger und Unternehmen, Banken oder sogar Staaten (= Emittenten) die Schuldner. Bei den Zahlungen gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten. Wir könnten beispielsweise jedes Jahr unseren Kupon (= die Zinsen) erhalten oder auch erst am Ende der Laufzeit, zusammen mit der Rückzahlung des geliehenen Betrags (= Tilgung). Der Begriff Kupon stammt hier übrigens noch aus alten Tagen. In der Vergangenheit war eine Anleihe noch ein „richtiges“ Dokument mit kleinen Schnipseln daran. Jedes Jahr konnte man nun einen dieser Schnipsel bei seiner Sparkasse abgeben und erhielt auf diesem Wege seine Zinszahlungen. Am Ende der Laufzeit erhalten wir in der Regel die volle Tilgung zurück. Alternativ können wir sogar noch mehr bekommen, als wir dem Unternehmen geliehen haben. Oder wir erhalten weniger, wofür wir jedoch höhere Zinszahlungen bekamen. Es gibt hier ganz viele interessante Möglichkeiten, bei denen für jede Anlegermentalität etwas dabei ist.

 

Das Risiko bei Anleihen steckt vor allem in der Zahlungsunfähigkeit des Emittenten/ Schuldners. Wir sind mit unserer Anleihe Gläubiger wie jeder andere. So kann es passieren, dass wir im Falle einer Insolvenz dann eben nur einen Bruchteil oder auch gar nichts mehr zurückbekommen. Je höher das Risiko solch einer Insolvenz ist, desto höher sind auch die Zinszahlungen für eine Anleihe. Bei großen Unternehmen ist die Wahrscheinlichkeit einer Zahlungsunfähigkeit aber eher gering, was also sicherere Zinszahlungen vermuten lässt. Das Verlustrisiko ist so oft geringer als bei einer Anlage in eine einzelne Aktie.

 

Ein Nachteil der Anleihe im Vergleich zur Aktie stellt aber noch das Stimmrecht dar. Konnten wir bei der Aktie noch einen Einfluss auf die Geschäftsführung nehmen, haben wir dieses Recht bei einer Anleihe nicht.

 

Auch für die Anleihe gibt es natürlich ein interessantes Video: