Neues Jahr – alte Fragen

Neues Jahr – alte Fragen

Ob man an Silvester nun geböllert hat oder auch nicht, die
Unsicherheiten für die Finanzmärkte konnte der Lärm nicht verscheuchen.
Zum Jahresbeginn 2019 sind weiterhin die altbekannten Fragen offen.
Dabei lautet die Frage aller Fragen: Können Konjunktur und Kapitalmärkte
den vielfältigen Widrigkeiten schlussendlich trotzen oder gleitet die
Welt doch in eine Rezession ab? Unsere Antwort lautet nach wie vor: Das
moderate Wachstumsumfeld bleibt erhalten. Freilich liegen in fast allen
Ländern die Wachstumsraten in diesem und im kommenden Jahr unter den
Zuwächsen des Jahres 2018.

Die solide Basis dieser konstruktiven Perspektive bilden in diesem Jahr
ordentliche binnenwirtschaftliche Auftriebskräfte. Der Rückgang der
Arbeitslosigkeit setzt sich fort, in Europa unter anderem auch dank
finanzpolitischer Impulse. Mithin steigen die Einkommen der privaten
Haushalte und letztendlich deren Konsumausgaben. Zweifellos gibt es mit
Blick auf die Unternehmensinvestitionen weiterhin beträchtliche
Konjunkturrisiken. Dazu zählen vor allem die Handelsstreitigkeiten
zwischen den USA und China, der nahende Brexit und die erstarkenden
populistischen Kräfte mit Blick auf die Europawahlen und die
Landtagswahlen in Deutschland. Da wäre es schon eine gute Nachricht,
wenn die Liste der Risikofaktoren nicht länger wird und keine neuen
Unsicherheiten hinzukommen.

Aktuell sind die Stimmungsindikatoren noch rückläufig und
Konjunkturprognosen wie auch Gewinnerwartungen für Unternehmen werden
nach unten revidiert. Wir gehen davon aus, dass diese Korrekturen von
zwischenzeitlich zu optimistischen Einschätzungen bald ihr Ende finden
und die konjunkturelle Expansion sich fortsetzen wird. Indes wird noch
etwas Zeit vergehen, bis diese Bestätigung kommt und sie von Notenbanken
und Märkten als Grundlage für die weitere Entwicklung im Jahr 2019
verwendet wird. So lange, vermutlich mindestens bis ins Frühjahr hinein,
wird es an den Finanzmärkten ungewöhnlich hohe Kursschwankungen geben.

Bezüglich unseres Konjunkturausblicks wie auch der Inflations- und
Zinsprognosen sind wir etwas moderater geworden: Für die US-Notenbank
Fed erwarten wir nur noch zwei Zinsschritte in diesem Jahr, und zwar im
Juni und im Dezember. Bei der EZB rechnen wir für das Frühjahr 2020 mit
ersten Zinserhöhungen beim Einlagensatz und für den Herbst 2020 beim
Hauptrefinanzierungssatz. Die Straffung der Geldpolitik setzt sich damit
zwar fort, aber zeitlich gestreckter und weniger ausgeprägt. Ein
leichtes Anlagejahr wird 2019 dadurch nicht. Doch sollten sich vor allem
im weiteren Jahresverlauf die Perspektiven insbesondere an den
Aktienmärkten wieder aufhellen.

 

Quelle: Makro Research der DekaBank Stand: 15.01.2019

 

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Danny Führer
Wertpapierexperte der Sparkasse Mittelsachsen

 

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