Wenn politische Risiken verblassen

Wenn politische Risiken verblassen

Natürlich darf man sich eine Welt ohne politische Risiken wünschen oder
zumindest davon träumen. Wie schön wäre solch eine Welt für Anleger,
Unternehmer und nicht zuletzt für Volkswirte. Ganz so einfach ist es
freilich nicht. Immerhin stellen wir aber fest, dass derzeit einige
politische Risiken sukzessive verblassen: Die USA nähern sich in diesen
Tagen einem Abkommen mit China an, sodass die Sorgen um eskalierende
globale Handelskonflikte nachlassen. Der Austritt der Briten aus der EU
zieht sich hin und wird schwierig, aber zuletzt hat die Gefahr eines
harten Brexits abgenommen. Die Unsicherheit ist also vielerorten
tatsächlich etwas geringer geworden.

Nun muss die Weltwirtschaft nur noch das halten, was wir uns von ihr
versprechen: Keine Rezession, sondern eine Fortsetzung der schon lange
andauernden gesamtwirtschaftlichen Expansion in diesem und nächstem
Jahr, wenngleich mit erkennbar geringerer konjunktureller Dynamik als in
den vergangenen beiden Jahren. Getragen wird der Aufschwung von der
soliden Binnenkonjunktur in vielen Volkswirtschaften, vor allem durch
die privaten Konsumausgaben bei einer ausgezeichneten
Arbeitsmarktentwicklung. Ergänzend sollten die in den letzten Quartalen
vom schwachen Welthandel ausgehenden Belastungen für die Industrie
nachlassen. Insgesamt erwarten wir, dass die gesunkenen
Stimmungsindikatoren in der Breite ihren Boden finden und die
Abwärtsrevisionen bei den Konjunkturprognosen sowie den
Unternehmensgewinnschätzungen ein baldiges Ende finden.

Dass die im Prinzip seit Frühjahr 2018 anhaltende Abwärtsbewegung bei
vielen Daten und Prognosen zum Stillstand kommt und damit der Aufschwung
Bestand hat, ist keineswegs selbstverständlich für Notenbanken und für
die Kapitalmärkte. Zwar hat die US-Notenbank Fed immerhin ihre
Normalisierung der Geldpolitik vorangetrieben und kann sich nunmehr eine
Pause bei den Zinserhöhungen leisten. Doch die meisten anderen großen
Notenbanken haben bestenfalls mit dem Ausstieg aus der extrem lockeren
Geldpolitik begonnen. Warum auch? Die nur sehr mäßigen Inflationsraten
mahnen keineswegs zur Eile. Das Ausmaß und die Dynamik der zu
erwartenden monetären Straffung erscheint den Märkten noch moderater zu
sein als bis Ende 2018 angenommen. Dies hat nicht unerheblich zu dem
freundlichen Kapitalmarktumfeld der letzten Wochen beigetragen. Davon
sollten wir uns nicht blenden lassen. Kurzfristig wieder etwas ruppigere
Momente an den Märkten und auch im weiteren Jahresverlauf nennenswerte
Volatilität sind realistische Perspektiven. Trotzdem: Ein immer länger
sich hinziehendes Nullzinsumfeld und eine insgesamt stabile Konjunktur
deuten darauf hin, dass Wertpapieranlagen eine sinnvolle Alternative
bilden und die negative Performance aus dem letzten Jahr ein Ausreißer
gewesen ist.

Quelle: Makro Research der DekaBank Stand: 12.03.2019

 

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Danny Führer
Wertpapierexperte der Sparkasse Mittelsachsen

 

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