Konjunktur und Märkte trotzen dem Coronavirus.

Konjunktur und Märkte trotzen dem Coronavirus.

 

Das Jahr 2020 ist noch jung und hat doch schon viel geboten: Anschlag auf einen hochrangigen iranischen General, Amtsenthebungsverfahren für den US-Präsidenten, US-Präsidentschaftsvorwahlkampf, Brexit, usw. Jüngst ist nun der Coronavirus in den Vordergrund gerückt. Der Großteil der Infektionen konzentriert sich auf die chinesische Region Hubei, doch auch in anderen Teilen Chinas und im Ausland sind bereits Fälle registriert worden. Die chinesische Regierung hat zwar verspätet, aber dann um so entschlossener reagiert, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Neben Reisebeschränkungen wurden im Anschluss an das chinesische Neujahrsfest weitreichende Werksferien angeordnet. Quasi die komplette industrielle Produktion liegt damit Anfang Februar still.

Bislang sind die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft vernachlässigbar gering, was die moderaten Reaktionen an den Finanzmärkten erklärt. Damit diese Einschätzung Bestand haben kann, muss die Anzahl der Neuansteckungen rasch wieder zurückgehen. In diesem Szenario sind die Maßnahmen zu Eindämmung des Coronavirus wirksam und die Belastungen für die Konjunktur zeitlich begrenzt. Die Folgen sind vor allem für die chinesische Volkswirtschaft spürbar. In diesem aus unserer Sicht wahrscheinlichsten Szenario verringert sich die Zuwachsrate für das Bruttoinlandsprodukt in China für das gesamte Jahr 2020 um 0,4 Prozentpunkte. Weitreichendere Folgen ergäben sich in einem ungünstigeren Szenario, in dem die chinesische Produktion über den gesamten Februar nicht wieder angefahren würde. Dies würde die internationalen Produktionsketten belasten und zu deutlicheren Prognoserevisionen über China hinaus führen.

Betrachtet man die Welt ohne den Coronavirus, dann liegt die Zeit von Abwärtsrevisionen bei Konjunkturprognosen und rückläufigen Stimmungsindikatoren hinter uns. Beim ifo Geschäftsklima und bei den Einkaufsmanagerindizes kann man von einer Bodenbildung sprechen, vereinzelt geht es sogar schon wieder erkennbar aufwärts. Insofern halten wir an unserem großen Bild einer anhaltenden moderaten globalen Expansion in diesem und im kommenden Jahr fest. Aus deutscher Sicht hellen sich die Exportperspektiven nach der ersten Einigung zwischen den USA und China im Handelskonflikt etwas auf. Demgegenüber stehen allerdings moderatere Lohnabschlüsse als in den vergangenen Jahren gegenüber, sodass die Aussichten für die privaten Konsumausgaben gedämpfter ausfallen.

Vor diesem Hintergrund hat sich für die Notenbanken recht wenig verändert. An der Zinsschraube wird geraume Zeit nicht gedreht werden. Das Negativzinsumfeld bei deutschen Staatsanleihen bleibt also erhalten. Bei aller möglichen kurzfristigen Volatilität infolge geopolitischer Risiken ist dies nach wie vor ein Kapitalmarktumfeld, in dem die Übernahme von Risiko entlohnt wird und im Lauf des Jahres 2020 neue Höchststände beim DAX zu erwarten sind.

 

Makro Research der DekaBank Stand: 07.02.2020

 

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Danny Führer
Wertpapierexperte der Sparkasse Mittelsachsen

 

 

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