Zum 30. Tag der Deutschen Einheit feiern die Sparkassen die Vielfalt. Füreinander. Miteinander.

Zum 30. Tag der Deutschen Einheit feiern die Sparkassen die Vielfalt. Füreinander. Miteinander.

Grußwort des Geschäftsführenden Präsidenten des Ostdeutschen Sparkassenverbandes

 

„30 Jahre Deutsche Einheit sind auch 30 Jahre bewegende Geschichte für die Sparkassen. Der Sprung von der Planwirtschaft in die Marktwirtschaft war ein Sprung von der Geldsammelstelle zum umfassenden Finanzdienstleister unter den Bedingungen eines bis dahin unbekannten und scharfen Wettbewerbs.

Seitdem arbeiten wir mit Herz und Verstand für die wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer Landkreise, Städte und Gemeinden. Zusammen mit allen, die sich für unsere Heimat engagieren, für unsere Kundinnen und Kunden, den Mittelstand und für alle Bewohnerinnen und Bewohner.

Die feste Verankerung von Kommunen und Sparkassen ist eine Erfolgsgeschichte. Sie hat in schwierigen Situationen stets ihre Leistungsfähigkeit bewiesen. Dies zeigt sich auch in diesen ungewöhnlichen Zeiten der Corona-Pandemie. Hier sichern die Sparkassen die Bereitstellung von Finanzdienstleistungen, wie z. B. die Bargeldversorgung ab und sind kompetenter Berater und Unterstützer ihrer Firmenkunden. Lassen Sie uns den diesjährigen Tag der Einheit in einem anderen Format feiern, nicht zusammen aber gemeinsam.“

Geschäftsführender Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, Dr. Michael Ermrich

 

 

30 Jahre Währungsunion

 

Lange, manchmal endlos scheinende Schlangen bilden sich vor den ostdeutschen Filialen der Sparkassen am 1. Juli 1990 – und das an einem Sonntag. In den Gesichtern spiegeln sich Euphorie, gute Laune und Anspannung. Die DDR-Bürger verabschieden sich an diesem Tag von ihrem alten Geld – und freuen sich auf die neue Währung. Ab jetzt wird mit der D-Mark gezahlt.

Sparkassen spielen eine zentrale Rolle

Die Bargeldversorgung erfolgt zu dieser Zeit vor allem über die Sparkassen. Mehr als 80 Prozent der Spareinlagen befinden sich im Sommer 1990 bei ihnen. Dementsprechend holen sich die Menschen dort die neue Währung – und die Filialen müssen einen Ansturm von Menschen bewältigen. „Kommt die D-Mark, bleiben wir. Kommt sie nicht, geh’n wir zu ihr“ – das war das Motto der DDR-Bevölkerung in diesen Tagen. Nun ist sie also da, die West-Mark.

Der Umtauschkurs ist gestaffelt: So können Bürger ab 60 Jahren bis zu 6.000, Erwachsene bis zu 4.000 und Kinder bis 14 Jahren bis zu 2.000 DDR-Mark zum Kurs von 1:1 umtauschen. Alles darüber hinaus wurde zum normalen Kurs von 2:1 gewechselt.

Ein wichtiger Schritt in Richtung Wiedervereinigung: Die D-Mark ist als Ergebnis der Währungsunion alleiniges Zahlungsmittel in der DDR – die schon wenige Monate später in den neuen Bundesländern der Bundesrepublik aufgehen wird. Am 3. Oktober 1990 schließlich ist die Wiedervereinigung Deutschlands Realität.

Zahllose Überstunden machen die Währungsunion möglich

Damit es überhaupt so weit kommen konnte und alle DDR-Bürger an die neue Währung kamen, musste sehr viel Vorarbeit geleistet werden. Das betraf vor allem die Sparkassen: Von den 27,5 Milliarden D-Mark, die Panzerwagen im Juni 1990 in die DDR brachten, wurde der Großteil über die Sparkassen ausgehändigt.

Wegen der dominierenden Marktstellung hatten sie die Hauptlast bei der Währungsumstellung zu tragen. Ohne das große Engagement und zahllose Überstunden der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – die Belegschaft war allerdings überwiegend weiblich – wäre eine fristgerechte Umsetzung gar nicht möglich gewesen. Rund 90 Prozent (14,3 von 16 Millionen) der Anträge auf Währungsumstellung bearbeiten die Sparkassen.

So kam die D-Mark – und damit auch die Marktwirtschaft – über die Sparkassen in den Osten Deutschlands.

 

(Quelle OSV/sparkasse.de)