Tourismusbarometer 2024 zeigt: Ostdeutsche sehen Auswirkungen von Tourismus auf ihren Wohnort überwiegend positiv

Die Reiselust der Menschen ist ungebrochen. Das geht aus dem neuen Sparkassen-Tourismusbarometer hervor, das der Ostdeutsche Sparkassenverband (OSV) Ende Februar in Potsdam auf dem OSV-Tourismusforum vorgestellt hat.
Die wichtigsten Zahlen im Überblick
- Nachfrageplus: Erfolgreiches Tourismusjahr 2024 für Ostdeutschland mit 85,8 Mio. Übernachtungen (+ 1,9 Prozent)
- Städte: 2024 klarer Wachstumstreiber (Übernachtungen + 3,7 Prozent)
- Qualität: Gästezufriedenheit steigt (TrustScore: 87,6 Punkte)
- Pessimismus: Schlechte Stimmung im ostdeutschen Gastgewerbe. Rekordtief von 7,5% Gewinnmarge
- Optimismus: 85% der ostdeutschen Tourismusmanager erwarten eine stabile oder positive Nachfrage im Frühjahr 2025
In Deutschland wurden 2024 rund 500 Millionen Übernachtungen in gewerblichen Betrieben gezählt, ein Plus von 1,9 Prozent im Vergleich zu 2023. Die Zahl der Übernachtungen liegt damit 0,1 Prozent über dem bisherigen Rekordjahr 2019 (vor der Corona-Pandemie). Ostdeutschland bleibt leicht dahinter. Hier stieg die Zahl der gewerblichen Übernachtungen 2024 gegenüber 2023 um 1,4 Prozent auf 85,8 Millionen, rund 2 Millionen unter dem bisherigen Rekordjahr 2019.
Der Geschäftsführende OSV-Präsident Ludger Weskamp betonte: „Für den Tourismusmarkt in Ostdeutschland gilt im Speziellen, was auf den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland allgemein zutrifft. Gerade kleine und mittlere Unternehmen leiden unter Bürokratie und Überregulierung. Dabei sind weiter Investitionen in die Infrastruktur notwendig, um das touristische Potenzial Ostdeutschlands besser auszuschöpfen, von öffentlicher Hand und aus privaten Mitteln. Letztere fließen allerdings nur, wenn es verlässliche Rahmenbedingungen gibt. Hier zeigt sich wieder: Investitionen sind die Währung für das Vertrauen in die Zukunft.“
Zufriedene Gäste
Zur Erfolgsmessung im Tourismus gehören Übernachtungszahlen wie auch ökonomische Kennzahlen zur Wertschöpfung, aber ebenso qualitative Messgrößen wie die Gästezufriedenheit. Die Gästezufriedenheit in Ostdeutschland ist 2024 gestiegen (+0,4 Punkte). Der TrustScore 2024 lag bei 87,6 Punkten. Sachsen bestätigt mit 88,8 Punkten im bundesweiten Ranking der Länder einen ausgezeichneten 3. Platz. Die Sächsische Schweiz schafft es im Destinationsranking von knapp 150 Regionen sogar in die Top 10.
Stimmung im Gastgewerbe ist eingetrübt
Die Stimmung im Gastgewerbe hat sich deutlich verschlechtert. Derzeit bringen die touristischen Unternehmen die schlechteste Stimmung seit Frühsommer 2022 zum Ausdruck. Das gilt sowohl für die Gastronomie als mittlerweile auch für die Beherbergung.
Gemessene Tourismusakzeptanz
Das Tourismusbarometer hat die Menschen in Ostdeutschland nach den subjektiv empfundenen Auswirkungen des Tourismus auf ihren Wohnort und auf ihre eigene Lebenssituation gefragt. Danach wurde in Ostdeutschland ein Wert von +54 erreicht, die positiven Auswirkungen des Tourismus überwiegen demnach deutlich.
Bezogen auf den Wohnort zeigen sich starke regionale Schwankungen: Das touristisch stark geprägte Mecklenburg-Vorpommern schneidet mit einem Wert von +61 am besten ab, den geringsten Wert erreicht Sachsen-Anhalt mit +40. Unterschiede gibt es zwischen den Altersklassen. Einheimische, die 60 Jahre oder älter sind, stufen den Tourismus mit +35 für sich persönlich positiv ein, während Einheimische unter 30 nur noch einen Wert von +6 erreichen, da der Neutralanteil hier besonders hoch liegt. Es gilt also, insbesondere junge Menschen für die persönlichen Vorteile durch den Tourismus zu sensibilisieren.
Bewertung der Lebensqualität: Besonders gut bewertet werden die Naherholungsmöglichkeiten in der Natur selbst, Wander- und Radangebote. Negative Auswirkungen des Tourismus werden am häufigsten als Verkehrsprobleme sowie Belastungen der Umwelt wahrgenommen, insbesondere von jungen Menschen.
Weitere Informationen zum OSV-Tourismusforum und zum Sparkassen-Tourismusbarometer finden Sie im Internet unter: https://osv-online.de/tourismusbarometer/