Volkswirtschaft Prognosen: Nachrichtenflut statt Sommerloch.

Volkswirtschaft Prognosen: Nachrichtenflut statt Sommerloch.

 

Während in den europäischen Flüssen Ebbe herrscht, schwappt eine ungebremste Nachrichtenflut über Unternehmen und Kapitalmärkte hinweg. Von Sommerloch kann keine Rede sein. So ist der Deutsche Aktienindex Anfang August erstmals auf über 26.000 Punkte gestiegen. Ein Grund dafür dürfte die Entwicklung im Nahen Osten gewesen sein. Nach der Freude über das Interimsabkommen zwischen den USA und dem Iran im Juni und der Ernüchterung bezüglich der erneuten militärischen Eskalation im Juli hat die Ankündigung erneuter Verhandlungen den Rohölpreis sinken und die Freude an den Aktienmärkten steigen lassen. Eine rasche, umfassende politische Lösung bleibt allerdings unwahrscheinlich. Daher werden auch die Energietransporte aus dem Nahen Osten über die Straße von Hormus wohl noch für längere Zeit nicht ungestört funktionieren. Offenkundig wird schon intensiv daran gearbeitet, die Energieversorgung über alternative Transportwege grundsätzlich unabhängiger von der Straße von Hormus zu machen. Dies geht zwar nicht von heute auf morgen, schafft aber bessere Perspektiven für die Weltwirtschaft. Sie dürfte weiter mit rund 3 % wachsen, was einerseits bemerkenswert und andererseits unterstützend für die Aktienmärkte ist.

Sowohl die US-Notenbank Fed als auch die Europäische Zentralbank (EZB) haben auf ihren jüngsten Sitzungen die Leitzinsen unverändert gelassen. Angesichts der mit Blick auf die Inflationsziele der Notenbanken zu hohen Inflationsraten bleiben Leitzinserhöhungen jedoch weiterhin möglich bzw. sogar wahrscheinlich. Die Renditen von Staatsanleihen sind angestiegen. An den Aktienmärkten gab es vermehrt Diskussionen rund um KI- und Halbleiterunternehmen bezüglich der zunehmenden Konkurrenz vor allem aus China. Zudem stehen Risiken wegen der „Kreislaufgeschäfte“ bei Chipherstellern und ihren Abnehmern, den sogenannten Hyperscalern, im Fokus sowie die zunehmende Fremdfinanzierung von hohen Investitionen für den Ausbau der KI-Infrastruktur über Anleihen. Auch Sorgen um die Bewertungen bei Halbleiterunternehmen spielen am Aktienmarkt eine nennenswerte Rolle. In einzelnen Subsegmenten dürften die aktuell hohen Erwartungen sukzessive bereinigt werden. Doch die breiten Börsenindizes sind von der stabilen Weltwirtschaft und dem dynamischen Gewinnwachstum der Unternehmen gut unterfüttert.

Quelle: Makro Research der DekaBank Stand: 07.08.2026

 

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Danny Führer
Wertpapierexperte der Sparkasse Mittelsachsen

 

 

 

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